Klarer Sieg mit Fragezeichen

Mit 5:3 setzte sich unsere Erste am Samstag gegen den Dresdner SC durch. Der Sieg war hochverdient – doch das Ergebnis erzählt nicht die ganze Geschichte. Unsere Mannschaft war über weite Strecken deutlich überlegen, erspielte sich zahlreiche Chancen und hätte den Vorsprung klarer gestalten können. Gleichzeitig machten wir es den Gästen mit vermeidbaren Fehlern zu einfach und kassierten drei Gegentore.

Von Beginn an waren die Rollen auf dem Platz klar verteilt: Unsere SG spielte nach vorn, der Dresdner SC verteidigte zunächst tief und kompakt. Doch schon früh fanden wir Lücken in der gegnerischen Abwehr. In der 3. Minute konnte der Dresdner Schlussmann einen Schuss von Julien Mehlow nur unzureichend abwehren. Pascal Sauer setzte nach, scheiterte mit seinem Versuch per Hacke aber am stark reagierenden Keeper.

Vier Minuten später fiel die Führung: Nico Brehm wurde im Zentrum wunderbar freigespielt und schob überlegt zum 1:0 ein. Kurz darauf hätte unsere Nummer 10 nachlegen können, doch nach einer zu kurzen Abwehr setzte er den Ball aus acht Metern frei über das Tor. In der 18. Minute kam dann die nächste Gelegenheit – und diesmal saß sie: Nach einem missglückten Abstoß der Gäste hatte Paul Lehmann keine Mühe, zum 2:0 einzuschieben.

Unsere SG blieb am Drücker. Pascal Sauer, Felix Brügmann und Niclas Hadaschik hatten weitere gute Möglichkeiten, ließen den komfortableren Vorsprung aber liegen. Der Dresdner SC war bis dahin offensiv kaum in Erscheinung getreten. Dann halfen wir kräftig mit, das zu ändern: Ein zu kurzer Rückpass landete bei einem Gästestürmer, der das Geschenk annahm und auf 1:2 verkürzte.

Plötzlich witterten die Dresdner ihre Chance. Wie schon im vergangenen Heimspiel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Angriffen auf beiden Seiten. Besonders bitter: Mit dem Halbzeitpfiff fiel nach einer Ecke der Ausgleich. Der Ball wurde abgefälscht und trudelte ins lange Eck.

Nach dem Seitenwechsel zeigte unsere Mannschaft die passende Reaktion. Wir waren sofort wieder präsent und erspielten uns weitere Großchancen. Felix Brügmann kam in der 51. Minute nach einem schönen Spielzug aus sechs Metern frei zum Abschluss, setzte den Ball jedoch über das Tor. Wenig später machte sein Bruder es besser: Mit einem traumhaften Freistoß aus 18 Metern schlenzte er den Ball unhaltbar ins linke Kreuzeck – ein Tor des Monats und das 3:2 für unsere SG!

Justin Morgenstern verfehlte in der 57. Minute zunächst noch knapp, war kurz darauf aber zur Stelle. Über die linke Seite kombinierten wir uns stark nach vorn. Die Flanke von Joel Lehmann verwertete Justin per Kopf zum 4:2. Nur drei Minuten später fiel die Vorentscheidung: Florian Brügmann legte einen Konter für seinen Bruder Felix auf, der mit seinem zehnten Saisontor auf 5:2 erhöhte.

Auch danach lag ein sechster Treffer mehrfach in der Luft. Doch mit dem Schlusspfiff kamen die Gäste noch einmal zum Torerfolg: Auf der rechten Seite verteidigten wir einen Angriff nicht konsequent genug. Die scharfe Hereingabe wurde von Niclas Hadaschik, der ansonsten eine gute Partie zeigte, unglücklich ins eigene Tor gelenkt.

So steht am Ende ein verdienter 5:3-Erfolg – und die Erkenntnis, dass bei aller Freude über die Offensivleistung noch Arbeit vor uns liegt. Gegen einen Gegner, der zu Beginn kaum ins Spiel fand, dürfen wir nicht drei Gegentore kassieren. Unsere Mannschaft zeigte ihre Qualität mit einer Vielzahl herausgespielter Chancen. Diese müssen wir künftig konsequenter nutzen, denn es werden Spiele kommen, in denen wir deutlich weniger Möglichkeiten bekommen.

Das ist Jammern auf hohem Niveau: Nach neun Spieltagen ist unsere SG weiterhin ungeschlagen und steht an der Spitze der Sachsenliga. Die Mannschaft um Kapitän Florian Brügmann hat sich als Spitzenteam etabliert und begeistert mit ihrem Fußball.

Die nächste Herausforderung wartet bereits am kommenden Sonntag. Dann sind wir beim FV Dresden-Laubegast zu Gast und müssen uns bei einer Spitzenmannschaft beweisen. Unsere aktuelle Form gibt uns dafür Selbstvertrauen – und wir wollen den nächsten Schritt machen.